Samstag, 16. Mai 2015

{Mein Must-have des Sommers: Streifen} Die stehen auch einem Käse-Sahne-Törtchen mit Rhabarber.

Rhubarb Cheesecake | seelenschmeichelei.blogspot.com

Heute mal ein Bekenntnis aus der Kategorie "Was ihr vielleicht noch nicht über mich wusstet". Ich. Bin. Ein. Trendopfer. Und das nicht nur in Sachen Foodtrends (Pulled Pork, Burger, Banh Mi, salziges Karamell, glutenfrei backen... you name it). Nein. Ich bin ein klassisches Mode-Trendopfer. Dummerweise eines, das den Mode-Trends immer mindestens eine Saison hinterherhinkt. 

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Beispiel gefällig? Nehmen wir Blumenprints. Die habe ich nie eines Blickes gewürdigt. Und nun? Tummeln sich bereits zwei ganz entzückende Blumenkleider, ein Blumenrock und drei Blumentops in meinem Kleiderschrank. Oder: Die Farbe Gelb. 2014 (<- und da war sie wirklich Trend) noch ein No Go. Und dieses Jahr? Seht selbst. Ich befürchte, wenn das so weiter geht, hol ich mir pünktlich zum Herbst noch meine Hassfarbe Bordoooo ins Haus.

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Letztens jagte ich einer Flared Jeans im Boho-Style hinterher. Erfolglos. In die Zara Flared in Größe 38 passte mein Hintern nur zur Hälfte rein. Umso verliebter bin ich dafür in meinen neuen Glockenrock


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Fakt ist: Ich kann mich nicht satt sehen an schönen neuen Dingen. Pünktlich ein Jahr, nachdem ich sie in den Vogues dieser Welt belächelt habe, lösen Trends in mir den ultimativen Habenwollen-Reflex aus. Wobei ich tausendprozentig sicher bin, dass ich nie, nie, nie Flats lieben werde. 


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Wusstet ihr übrigens, dass wir den Dauerbrenner "Streifen" der wunderbaren Coco Chanel zu verdanken haben? Sie brachte den Look bretonischer Fischer auf den Laufsteg. 


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Ich mach daraus gute 90 Jahre später einfach mal Törtchen Couture. Und so hab ich ein schneeweißes Käse-Sahne-Törtchen in einen Streifen-Mantel aus Rhabarber gehüllt. Auch wenn der dabei entstandene Ombré-Look zugegebenermaßen sogar für meine Verhältnisse schon ganz schön 2013 ist.


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Dieses entzückende Törtchen lässt sich übrigens ganz leicht nachmachen - und weil es so fluffig und frisch ist, ist es perfekt für einen frühlingshaften Maitag. Außerdem ist Magerquark drin - und der eignet sich bekanntlich ganz hervorragend für eine Bikinidiät (<- die ich bis an mein Lebensende machen müsste, wollte ich die Trends "bauchfrei" und "overknees" testen). Also nix wie ran an den Rhabarber.


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Käse-Sahne-Törtchen mit Rhabarber (für eine hohe 20cm Torte oder ein 15cm, ein 10cm und ein 8cm Törtchen zum Stapeln)


Für den Biskuit-Boden


2 Eier

60g Zucker
60g Dinkelmehl
Kleine Prise Salz

Den Ofen auf 175° Ober-/ Unterhitze vorheizen.


Eier, Zucker und Salz etwa 10 Minuten lang aufschlagen, bis die Masse weißschaumig ist. Das Mehl darüber sieben und vorsichtig unterheben. 


Eine Backform mit Backpapier auslegen und den Teig darauf verteilen.


Ab in den Ofen, 15 bis 20 Minuten. Etwas auskühlen lassen und dann aus der Form lösen. Das geht am besten, wenn du mit einer kleinen Palette oder einem Messer am Rand entlang fährst, um den Boden zu lösen. Stürzen und ganz auskühlen lassen. Wenn dir der Boden zu hoch ist, dann halbierst du ihn einfach. Die zweite Hälfte entweder einfrieren oder so vernaschen.


Für die Füllung


500g Magerquark

200g Frischkäse
300g Sahne
100g Zucker
Der Saft einer Limette
6 Blatt Gelatine

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 


Die Sahne aufschlagen.


Quark, Frischkäse und Sahne verrühren.

Den Limettensaft in einem Topf erwärmen (nicht kochen!). Die Gelatine ausdrücken und im Limettensaft auflösen. Etwas von der Quarkmasse zur Gelatine in den Topf geben und gut verrühren. Dann die Quark-Gelatine-Mischung zur restlichen Quarkmischung geben und verrühren. Die geschlagene Sahne unterheben.


So setzt du das Törtchen zusammen


Den Biskuitboden wieder in die Backform (wenn mit Hebeboden) oder in einen Backring legen. Die Käse-Sahne-Masse darauf verteilen und mit einer Palette glatt streichen. Ab in den Kühlschrank und für mindestens vier Stunden, noch besser aber über Nacht kalt stellen.


Anschließend den Rand mit einem in heißes Wasser getauchten Messer lösen und vorsichtig aus der Form nehmen.


Für den Rhabarber-Mantel


6-8 Stangen Rhabarber, bevorzugt Himbeer-Rhabarber

500ml Wasser
200g Zucker

Den Rhabarber schälen bzw. von holzigen Teilen und Fäden befreien.


Mit einem Y-Sparschäler in dünne Streifen schneiden.


Wasser und Zucker in einem Topf aufkochen, bis der Zucker vollständig gelöst ist.


Die Rhabarber-Streifen etwa 20 Sekunden lang blanchieren, dann herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. 


So packst du das Törtchen ein


Starte mit der Oberseite. Lege Rhabarberstreifen neben Rhabarberstreifen. Falls die Streifen nicht von selbst kleben, kannst du sie mit etwas Zuckersirup bepinseln und so am Törtchen festkleben. Schneide die überstehenden Streifen mit einer Küchenschere ab.


Lege dann die restlichen Rhabarberstreifen um das Törtchen herum. Scheide auch hier die Überstände einfach ab. Voilá - fertig ist das wohl hübscheste Rhabarbertörtchen ever.



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Kennt (oder schreibt) ihr Fashion-Blogs, die man auch als über Dreißigjährige (<- hüstel, noch!) lesen kann? Dann immer her mit den Links, ich würd mich freuen! 

Habt es schön.

Conny

Sonntag, 10. Mai 2015

{Tarte Tatin aux Tomates} Das Schönste, was einer Mai-Tomate passieren kann.


Oh, là, là, wenn die Demoiselles Tatin wüssten, was ich heute mit ihrer Tarte Tatin anstelle. Die ist ja eigentlich ein kopfüber gebackener Apfelkuchen. Die Äpfel für die klassische Tarte Tatin baden in Butter-Karamell, bevor sie mit Mürbteig belegt und im Ofen gebacken werden. Hach, Apfel müsste man sein. So ein Butter-Karamell-Bad wäre bestimmt wahnsinnig gut für den Teint. Und für die Seele sowieso.





Aber zurück zur Tarte Tatin. Die kommt heute mal als herzhaft-süße Variante daher. Statt der Äpfel baden aromatische Kirsch- und Datteltomaten in einem Karamell, der mit Balsamico verfeinert wurde. Dazu schön langsam geschmorte karamellisierte Schalotten, ein paar Thymian-Blättchen, Fleur de Sel und grob gemahlener Pfeffer - und ich bin im Tarte Tatin Himmel. Wobei: Vielleicht komm ich für die Tomaten Tarte Tatin ja doch in die Hölle. Habe ich die Tomaten doch nicht mit dem originalen Mürbteig, sondern mit Blätterteig belegt. Und das geht laut Tarte Tatin Puristen gar nicht. Aber, liebe Tarte Tatin Dogmatiker: das mag zwar nicht gehen - aber schmecken tut´s. Und zwar ganz famos! 







Rezept für Tomaten Tarte Tatin (für Zwei)


1 Rolle Blätterteig (aus dem Kühlregal, nicht TK)
500g aromatische Tomaten, z. B. Kirsch- und Datteltomaten
4 Schalotten
2 Esslöffel Butter
30g Zucker
1 Teelöffel weißer Balsamico oder Sherryessig
4 Zweige Thymian
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer

Die Schalotten schälen und je nach Größe vierteln oder achteln. Einen Esslöffel Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Schalotten dazu geben, mit einer Pfeffer und Salz würzen und bei milder Hitze etwa 10 Minuten lang braten, bis die Zwiebeln goldbraun, weich und süß geworden sind. Beiseite stellen.

Den Zucker mit einem Esslöffel Butter und dem Balsamico in einer ofenfesten Pfanne (etwa 20cm Durchmesser) zu einem bernsteinfarbenen Karamell kochen. Das dauert etwa fünf Minuten.

Die Tomaten auf dem Karamell verteilen, mit Salz und Pfeffer würzen, die Thymianblättchen darüber streuen und dann die karamellisierten Schalotten darauf geben.

Den Blätterteig entrollen und auf die Tomaten-Schalotten-Mischung legen. Am Pfannenrand festdrücken und den überstehenden Teig abschneiden.

Ab in den Ofen, bei 180° Umluft etwa 30 Minuten backen, bis der Blätterteig goldbraun ist.

Fünf Minuten lang abkühlen lassen, dann mit einem scharfen Messer den Teig vom Rand lösen und auf eine Servierplatte oder einen großen flachen Teller stürzen. Falls die Tomaten viel Flüssigkeit verloren haben, davon vorher etwas abgießen. Vorsicht, sehr heiß!







Und hier kommt noch der offizielle Saisonalitäts-Disclaimer. Ja, ich weiß, dass Tomaten gerade keine Saison haben. Ich hatte trotzdem allergrößte Lust darauf. Morgen gibt´s dann wieder Spargel, Rhabarber und Kohlrabi. Ich schwör. 

Habt es schön!

Conny

Donnerstag, 7. Mai 2015

{Travelguide Vietnam} Ins malerische Hoi An und zu den Tempelruinen von My Son


Nachdem wir die alte Kaiserstadt Hue früh morgens verlassen haben, erreichen wir am späten Nachmittag Hoi An. Mitten in den Reisfeldern liegt unser Hotel, das Essence Hoi An. Das ist durchaus ordentlich und wir freuen uns schon darauf, nach 10 Tagen rumreisen einfach mal ein paar Stunden faul am Pool rumzuliegen.



Leider sind die Liegen entweder besetzt oder mit Handtüchern reserviert - joa, dann suchen wir uns mal woanders ein stilles Plätzchen und finden es im Garten des Hotels, der so abgelegen ist, dass ihn die Handtuchreservierer nicht finden.



Bei Einbruch der Dunkelheit machen wir uns auf ins Zentrum von Hoi An. Zu Fuß braucht man etwa 15 Minuten. Mutige können kostenlos Fahrräder ausleihen - aber ich steig ja schon zuhause nicht gern aufs Rad.







Hoi An ist UNESCO Welterbe - und ehrlich gesagt erst mal ein kleiner Schock für uns. Kommen wir uns doch vor wie in einem vietnamesischen Disneyland. Ja, mit den vielen Papierlaternen und adretten gelben Häuschen ein durchaus hübsches Disneyland - aber dennoch: Der Ort läuft über vor Touristen und an jeder Ecke will uns jemand etwas verkaufen. Puh. Blendet man das alles aus, ist Hoi An aber wirklich ein so malerisches wie pittoreskes Fleckchen. Nach dem ersten Abend haben wir eine Bar gefunden, in der es ordentliche Drinks gibt (sogar mit Chia-Samen!). Und auch gegessen haben wir in Hoi An wirklich gut. Klassisches Sightseeing haben wir nicht gemacht, es ist viel schöner, sich durch die Straßen treiben zu lassen, Einheimische und Touristen zu beobachten und hier und da für einen Vietnamese Iced Coffee with Condensed Milk oder einen Organic Beetroot Smoothie zu stoppen.










Am allerschönsten war der Bummel über den Markt. Lebendige Hühner, tote Fische, selbstgemachte Nudeln, frische Kräuter, exotisches Gemüse – genau dieses Gewimmel und Gewusel, die fremden Gerüche und aufregenden Zutaten, das liebe ich so an Asien!








Das allerbeste (und mit umgerechnet 50 Cent allergünstigste) Banh Mi unseres gesamten Urlaubs essen wir bei Banh Mi Phuong. Der kleine Food Stall ist ein echtes Erlebnis. Und die Sandwiches sind zum Reinlegen lecker. Wie wir später heraus finden, ist auch Anthony Bourdain dieser Meinung. 




Weil ich unbedingt authentisch vietnamesisch kochen lernen wollte, haben wir eine Cooking Class gebucht. Das macht in Hoi An so ziemlich jeder - und deshalb kam es uns besonders darauf an, dass wir nicht mit 20 anderen am Herd stehen. Entschieden hab ich mich schließlich für die rundum empfehlenswerte Cooking Class des Baby Mustard, eines kleinen Restaurants in Tra Que, außerhalb von Hoi An City. Gekocht haben wir Cao Lau, das typische Nudelgericht der Region, Bo Xao, Rindfleisch mit süß-sauerer Soße sowie gegrillte Calamari mit Lemongrass. Alles sehr lecker - nur der extensive Einsatz des guten, alten Maggi hat mich über die Maßen erstaunt. Joa, andere Länder - aber Sitten wie bei meiner Oma.



Einen Ausflug kann ich jedem ans Herz legen, der in Hoi An ist: My Son. Eine Jahrtausende alte Tempelstadt der hinduistischen Cham, ebenfalls UNESCO Welterbe. Die Ruinen sind mitten im Dschungel gelegen und wurden erst vor etwa hundert Jahren wieder entdeckt. Am besten besucht man My Son ganz früh morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Touristenmassen noch nicht da oder schon wieder weg sind und die ganze Anlage etwas Verwunschenes und Magisches ausstrahlt.











Damit ist er nun vorbei, mein klitzekleiner Vietnam Reisebericht. Ein faszinierendes Land mit unfassbar freundlichen Menschen, unfassbar wuseligem Verkehr, tollen Kulturschätzen und gutem Essen - alles in allem wirklich eine Reise wert.






Wisst ihr schon, wo eure nächste Reise hingeht?

Habt es schön
Conny