Samstag, 30. August 2014

{Apfel Pekan Cupcakes} Und ein paar Gedanken über die Geduld.



Geduld und ich, wir sind ja nicht gerade BFFs (<- best friends forever - kleine Erklärung für alle vor Neunzehnhundertneunzig Geborenen).  Mein Geduldsfaden ist dünner als eine 10 den Strumpfhose und mindestens genauso schnell gerissen. Geduld haben, das heißt auch: Akzeptieren, dass es Dinge gibt, die außerhalb des eigenen Kontrollbereichs liegen. Samstägliche Zaraumkleidekabinenschlangen zum Beispiel. Einbahnstraßenverstopfende Müllwagen. Und überfüllte Kassenpatientenwartezimmer. 


Seit mein Körper eine temporäre Problemzone mehr hat, ist mehr Geduld gefragt als für einen Anruf bei der Telekomhotline. Nix verstauchter Fuß mit Bänderanriss, diagnostizierte der Orthopäde meines Vertrauens (im Gegensatz zum Krankenhaus um die Ecke. Herzlichen Dank für die Fehldiagnose, by the way.). Die Bänder sind gerissen. Und bis die wieder zusammen gewachsen sind, dauert es geschlagene sechs Wochen. Davon hab ich gerade mal drei rum. Und jetzt schon mehr als genug vom Rumhumpeln, von dieser hochmodischen Orthese, vom Gefühl, ein halbes Kilo Wackelpudding gemischt mit einem halben Kilo Beton im Fußgelenk zu haben - und von Turnschuhen. 

Andererseits... vielleicht sollte ich endlich mal anfangen, die Perspektive zu wechseln. Nicht voller Ungeduld darüber, dass der Fuß seine Zeit braucht, um zu heilen. Sondern voller Vorfreude darauf, schon bald wieder nach Lust und Laune laufen zu können.



Überhaupt sind Perspektivwechsel eine feine Sache. Wie bei diesen Cupcakes. Die sind nicht Verzicht und nicht "ohne" - obwohl sie wieder einmal ohne Zucker, ohne Laktose und ohne Gluten auskommen. Sondern sie sind "mit". Nämlich mit ganz viel guten Zutaten wie frisch geriebenen Äpfeln, nativem Kokosöl, Datteln, Mandelmus und Pekannüssen. Und mit ganz, ganz viel Geschmack.






Apfel Pekan Cupcakes (glutenfrei & zuckerfrei)


2 mittelgroße säuerliche Äpfel
50g Pekan Nüsse plus 12 Pekans zum Dekorieren
3 sehr weiche Datteln (z. B. Medjoul)
2 sehr reife Bananen
125ml Mandelmilch
70g Mandelmus
2 Esslöffel natives Kokosöl
100g Buchweizenmehl
50g Kokosmehl
2 Eier
1 Teelöffel Zimt
1 Prise Salz
2 gestrichene Teelöffel Weinstein-Backpulver

Den Ofen auf 175° Umluft vorheizen. Ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und grob raspeln. Die Datteln entsteinen. Die Pekans grob hacken.

Die beiden Mehlsorten, Zimt, Salz und Backpulver mischen.

Bananen, Datteln, Mandelmilch, Mandelmus, Kokosöl und Eier verquirlen, bis eine schlotzige Masse entstanden ist. Die Mehl-Mischung unterrühren und zuletzt Apfelraspeln und Pekans unterheben.

Je zwei Esslöffel Teig in die Muffinförmchen füllen und etwa 20 Minuten lang backen. Lasst die Teilchen abkühlen, bevor ihr das Topping darauf spritzt.

Frosting
350g Frischkäse
150g Magerquark
4 Esslöffel Ahornsirup

Alles miteinander vermischen, in einen Spritzbeutel füllen und die Cupcakes damit toppen.
Obendrauf je eine Pekannuss - und vielleicht noch mit etwas Kakaopulver bestäuben.







Geht ihr geduldig durchs Leben? Oder seid ihr auch so ungeduldige Zappeluschis wie ich?

Genießt den Tag!
Conny

Montag, 25. August 2014

{Tarte au Citron} Mon dieu, was für eine reizende Mademoiselle!


Oh la la, sie ist einfach hinreißend sexy, diese Tarte. Facettenreich. Verführerisch. Zum Verlieben. Der Boden knusprig-buttrig. Das hauchdünne Schokoladenmäntelchen darauf bitter-süß. Die Zitronencreme fein-säuerlich. Und das Baiser süß und samtig. 



Ein kleines Stück davon und du fühlst dich fast ein bisschen, als würdest du in einem kleinen Café im Marais sitzen, mit schwarzem Lidstrich und rotem Lippenstift und dieser umwerfenden Eleganz, die nur Französinnen in die Wiege gelegt wird (was übrigens außerordentlich gemein ist).



Meine Tarte au Citron ist genau genommen eine Tarte au Citron Meringue. Wobei ich das Baiser dafür etwas anders zubereite, als es in den meisten Rezepten zu lesen ist. Für meine Version werden nämlich Eiweiß und Zucker erst einmal auf 70° erhitzt, bevor sie dann klassisch aufgeschlagen werden. Das Ergebnis ist eine so köstliche wie klebrige Meringue Masse mit einer besonders samtigen Textur. Falls ihr Marshmellow Fluff kennt: Genau so! 





Tarte au Citron


Für den Teig
210g Dinkelmehl
100g eiskalte Butter, in Würfel geschnitten
5 Esslöffel eiskaltes Wasser
1 große Prise Meersalz
30g Zartbitterschokolade

Alle Zutaten rasch zu einem Mürbteig verkneten. In Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen.

Den Ofen auf 180° vorheizen. Eine längliche Tarteform (am besten mit Hebeboden) fetten. Den Teig dünn ausrollen in die Form legen, mit Backpapier bedecken und mit Trockenerbsen belegen. Ab in den Ofen und 20 Minuten lang blindbacken. Anschließend Backpapier und Erbsen entfernen und auskühlen lassen. 

Die Schokolade schmelzen und mit einem Backpinsel (am besten aus Silikon, dann bleiben keine fiesen Härchen hängen) die Schokolade dünn auf den Teig streichen und dann mindestens eine Stunde trocknen lassen.

Für die Zitronencreme
3 Bio-Zitronen, Saft und Abrieb (es sollten etwa 100ml Saft sein)
3 Eigelb
150g Zucker
60g Butter, in Würfel geschnitten

80ml Zitronensaft mit Zitronenabrieb, Zucker und Eigelb in einen Topf geben und bei milder Temperatur und ständigem (!) Rühren so lange erhitzen, bis die Masse eindickt und puddingähnlich wird. Das dauert etwa 5 Minuten. Dann vom Herd nehmen und die Butter einrühren. 
Den Curd durch ein feines Sieb geben, um Eierkrümel und Zitronenabrieb herauszufiltern. Abkühlen lassen.

Tipp: Die meisten Lemon Curd Rezepte verlangen nach einem Wasserbad. Wenn ihr die Herdplatte nicht auf volle Pulle stellt und ohne Unterlass rührt, könnt ihr euch das Wasserbad schenken. Da ich Zitronenabriebkrümel nicht sonderlich gern im Mund hab, siebe ich den fertigen Lemon Curd einfach durch.

Für das Baiser
3 Eiweiß (es sollten etwa 100g sein)
150g Zucker

Eiweiß und Zucker in einen Topf geben. Über einem simmernden Wasserbad unter ständigem Rühren auf 70°C erhitzen. Das prüft man am besten mit einem Zuckerthermometer. Wer keines hat: Der Zucker sollte sich vollständig aufgelöst haben und die Masse heiß sein.
Jetzt in eine Rührschüssel geben und zu einem steifen, glänzenden Baiser aufschlagen - das dauert seine Zeit, plant mindestens 10 Minuten dafür ein.

Tipp: Man könnte Baiser auch ohne Erhitzen zubereiten - aber ich bin bei rohem Ei lieber vorsichtig und verwende die erhitzte Version. 

Jetzt den Lemon Curd auf der Tarte verteilen. Das Baiser in einen Spritzbeutel füllen und die Tarte mit üppigen Tuffs krönen. Entweder unter dem Backofengrill oder mit einem Crème Brûlée Brenner leicht bräunen.





Ich geh mir dann mal die Lippen nachziehen. Mit Chanel Rouge Allure natürlich.

Bisous
Conny

Freitag, 22. August 2014

Mandel Bananen Eis mit Kakao Nibs. Da löffelt das gute Gewissen einfach mit.


Pah, lieber Sommer. Glaub bloß nicht, dass man jetzt kein Eis mehr essen kann - nur weil du hier unverfrorenerweise schon im August die Biege und damit einen auf Herbst machst. Wär ja noch schöner, oder? Wenn es noch kälter wird, dann servier ich einfach eine ordentliche Portion heiße Kirschen zum Eis. Oder einen ofenwarmen Crumble. Oder ich setze einfach eine Kugel Eis auf einen wärmenden Biskuit-Boden und hülle es dann in ein Jäckchen aus Eischnee, der von außen gebräunt wird. Das wäre dann ein Baked Alaska. Und gegen Alaska ist unser Augustherbst doch wohl pillepalle.


Ich gebe zu, wir hatten hier dieses Jahr schon eine ganze Menge Eisrezepte, zum Beispiel das Sauerrahmeis mit Erdbeeren oder das Waldbeerensorbet oder das grandiose Nuss-Nougat-Eis. Aber wie gesagt - Eis geht ja irgendwie immer. Das Rezept fürs Mandel Bananen Eis hab ich auf Carrots for Claire entdeckt. Mein allerliebster Lieblingsblog für gutes und gesundes Essen. Veronika süßt ihr Eis mit Honig, ich hab für meines Ahornsirup genommen. Weil ich sein karamelliges Aroma liebe.




Wie schon beim Blaubeerkuchen von letzter Woche übernehmen auch im Eis wieder Bananen den Hauptteil der Süß-Arbeit. Mandelmus mit seinem hohen Anteil an gesunden Fetten macht das Eis wunderbar cremig, so dass es ganz ohne Sahne und Eier auskommt. 



Beim letzten Bioladen-Besuch entdeckte ich Kakao Nibs. Das sind geschälte kleine Kakaobohnen-Stückchen. Meine sind aus Criollo-Kakao, einer der hochwertigsten Sorten. Sie schmecken sehr schokoladig, wie gute dunkle Schokolade - nur eben knusprig statt süß. Und glaubt man dem, was man im Netz so über Kakaobohnen liest, dann sind sie wahnsinnig nährstoffreich und voller Antioxidantien, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen. Vor allem aber schmecken sie richtig lecker und geben dem Eis einen herrlichen Crunch. 



Mandel Bananen Eis


2 sehr reife Bananen 
3 Esslöffel Mandelmus
2 Esslöffel Ahornsirup
500 ml ungesüßte Mandelmilch
Eine ziemlich große Prise Fleur de Sel
4 Esslöffel Kakao Nibs 

Alle Zutaten bis auf die Kakao Nibs in den Mixer geben und zu einer glatten Masse pürieren. Dann ab damit in die Eismaschine und nach Anweisung gefrieren lassen. Wenn das Eis aus der Maschine kommt, gebt ihr die Kakao Nibs dazu und hebt sie unter das Eis. 

Falls ihr das Eis längere Zeit im Tiefkühler habt, solltet ihr es vor dem Servieren eine gute halbe Stunde im Kühlschrank antauen lassen, damit es wieder schön cremig wird. 








Genießt den Tag und lasst euch bloß nicht die Sommerlaune verderben!

Conny

Dienstag, 19. August 2014

Easypeasy Rucola Salat mit Ofentomaten und Basilikumöl. Das ist Spätsommer auf der Zunge.


Von wegen "früher war alles besser". Zumindest in Sachen Tomaten ist heute alles besser. Zumindest besser als in den letzten zwanzig Jahren. Endlich gibt es sie wieder. Tomaten, die nach Tomaten schmecken. Und nicht fade nach Gewächshaus. Weil sich immer mehr Gemüsebauern an die alten Sorten erinnern (und insofern war ganz früher vielleicht doch alles besser). 

Sie heißen Vierländer Platte oder Berner Rose. Coeur de Boeuf oder Bloody Butcher. Sie kommen knackig-süß daher. Oder fein-säuerlich. Oder aromatisch-würzig. Schier unerschöpflich ist gerade die Tomatenvielfalt auf meinem Lieblingswochenmarkt. Strauchtomaten, Fleischtomaten, Eiertomaten, Datteltomaten oder Kirschtomaten. In rot, grün, schwarz, gelb und orange. Ich bin im siebten Tomatenhimmel.




Eine absolut umwerfende Art, Tomaten zuzubereiten, sind langsam gegarte Ofentomaten. Überflüssiges Wasser verdampft, zurück bleibt pures Aroma. Die kleinen Geschmacksbomben sind so etwas wie eine Zwischenstation auf dem Weg zu getrockneten Tomaten. Nur, dass sie noch mehr Wasser enthalten und damit weicher sind. Was sie in meinen Augen noch viel leckerer macht als getrocknete Tomaten. Ganz fabelhaft machen sie sich in einem simplen Rucola Salat, getoppt von etwas Basilikumöl. Manchmal sind die einfachsten Dingen eben doch die leckersten. Das Einzige, was du für die Ofentomaten brauchst, ist etwas Geduld. Der Rest ist easypeasy gemacht.





Rucola mit Ofentomaten


Für ein Blech 
20 mittelgroße Dattel- oder andere Rispentomaten 
2 Esslöffel bestes Olivenöl
4 Knoblauchzehen
6 Zweige Thymian
1 Esslöffel Fleur de Sel

Ein Blech mit Backpapier auslegen. Den Ofen auf 140° Umluft vorheizen.

Tomaten waschen, trocknen, halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf dem Blech verteilen. Mit Olivenöl und Fleur de Sel besprenkeln und die Thymianzweige sowie die angequetschten Knoblauchzehen darauf verteilen. 

Ab in den Ofen - für etwa 2 Stunden.




Für das Basilikumöl
100ml bestes Olivenöl
3 Handvoll Basilikum
1 Knoblauchzehe
Der Saft einer halben Zitrone
Eine ordentliche Prise Fleur de Sel

Alle Zutaten in den Mixer geben und fein pürieren. In ein Fläschchen oder Weckglas gefüllt hält sich das Öl im Kühlschrank etwa eine Woche.




Für zwei Portionen Salat 
4 Handvoll Rucola
4 Esslöffel richtig guter Balsamico
4 Esslöffel Basilikumöl
20 Ofentomatenhälften
50g Parmesan, mit dem Sparschäler in Späne gehobelt
Fleur de Sel und frisch gemahlener Pfeffer

Rucola waschen, trockenschleudern und zusammen mit den Ofentomaten auf zwei Teller verteilen. Mit Balsamico und Basilikumöl besprenkeln, mit Salz und Pfeffer würzen und mit Parmesanspänen bestreuen.






Genießt den Tag!

Conny