Mittwoch, 28. Januar 2015

{Ein Blick zurück} Eure und meine Lieblingsrezepte aus zwei Jahren Seelenschmeichelei.

Ältere Frolleins fragt man ja nicht nach dem Alter. Und deshalb erzähl ich euch auch nicht, dass in ein paar Monaten ein ganz, ganz unschöner runder Geburtstag darauf wartet, von mir entweder ignoriert oder mit einer Magnum Dom Perignon Jahrgang 1975 zugeschüttet zu werden.

Feiern wir heute also lieber einen anderen Geburtstag. Tadaa. Die Seelenschmeichelei wird Zwei. Nunja, genauer gesagt ist sie heute auf den Tag genau zwei Jahre und zwei Tage alt. 

Zur Feier des Tages hab ich mal ein bisschen in meinen Datenarchiven gestöbert. Aber bevor es eure und meine Lieblingsrezepte aus den letzten zwei Jahren gibt, habe ich hier ein echtes Highlight gefunden. Mein allerallererstes verbloggtes Foodfoto. Joa. Hübsch geht anders. Wobei ich mich anscheinend schon zum Blogstart mit den obligatorischen Foodblogger-Props "Retro-Milchfläschchen" und "Paper-Straws" eingedeckt hab. That´s so 2013! Aber der Gugelhupf mit Amarula, der war lecker.



Überhaupt waren meine ersten Schritte in Richtung Foodfotografie noch... sagen wir mal... etwas unbeholfen, wie man hier sieht:



Glaubt man den Statistiken (<- erzählte ich, dass ich an der Uni mal ein Seminar mit dem Titel "Wie lügt man mit Statistik?" belegte), dann sind das eure liebsten Posts aus den letzten zwei Jahren:

Platz 5: Chewy Chocolate Cookies mit brauner Butter und Fleur de Sel




Platz 4: Sommerlicher Quinoa Salat mit Tahini Dressing




Platz 3: Gemüsechips - the one and only Filmgucksnack




Platz 2: Lauwarmer Quarkauflauf mit Rumkirschen




Platz 1: Cheesecake deluxe mit Himbeeren, Karamell und Schokolade




Und hier kommen - weder nach Alphabet noch sonstwie sortiert - meine ganz persönlichen Lieblingsrezepte und -fotos. Zehn Stück an der Zahl. Denn Entscheiden war noch nie meine Stärke. Man könnte übrigens fast meinen, ich hätte ein Faible für die Farbe Lila. 

Wildschweinburger mit Süßkartoffelpommes:



Macarons mit einer Brombeer-Ganache:



Feige-Ziegenkäse-Tarte:



Lauwarme Zimtschnecken:



Lila Blumenkohlsuppe:



Warmer Rhabarber Crumble mit Tonkabohnen Eiscreme:



Kirschpfannkuchen mit Hüttenkäse:



Maple glazed Spareribs mit Cole Slaw:



Tarte au Citron mit Baiserhaube:



Schokoladen-Espresso-Törtchen oder auch: Meine Hommage an die Unvernunft.



Aber Rezepte und Fotos und Gedöns hin oder her - was wäre das Ganze hier doch für eine dröge Veranstaltung, wenn es Euch nicht gäbe! Ihr macht die Seelenschmeichelei zu dem, was sie ist. Dafür könnt ich Euch knutschen. Ich freu mich wie Bolle, dass ihr alle da seid. Und hoffe, ihr bleibt noch ein wenig hier. 

Auf das nächste Jahr. Auf Euch! 

Cheers
Conny

PS: Habt ihr Wünsche, Anregungen, Ideen fürs nächste Blogjahr? Weniger gute Butter und dafür mehr gesundes Gemüse? Interessiert euch ein "Behind-the-Scenes" oder ein Einblick in mein Foto-Equipment? Sagt´s mir in den Kommentaren!

PPS: Hab ich schon "DANKE" gesagt, dass es Euch gibt? 

PPPS: Ich hör ja schon auf.  

Sonntag, 18. Januar 2015

{Stulle deluxe} Ein veganer Rote Bete Aufstrich, den du lieben wirst.


Wenn Rote Bete und ich einen Beziehungsstatus hätten, dann stünde der ziemlich sicher auf "It´s complicated". Als Kind fand ich sie so unausstehlich wie Victoria Beckham ein Paar Gesundheitslatschen. Später entwickelte sich dann so eine Art On-Off-Beziehung zwischen uns. Mal vertrugen wir uns (<- wenn die rote Bete in Form einer Suppe daherkam). Mal konnten wir uns nicht leiden (<- das betraf jegliche Form von vakuumierten Plastik-Rote-Bete-Kugeln). Irgendwann hatten wir uns dann auf stillschweigende Duldung geeinigt. Ich würdigte sie im Supermarkt keines Blickes. Entfernte aber nicht mehr hysterisch alle labbrigen vorgegarten Convenience-rote-Bete-Streifen aus dem mittäglichen Salat. 



Eine erste Annäherung gab´s im letzten Jahr. In Form von Chips. Gut, man könnte jetzt einwenden, dass jegliche Form von Gemüse lecker schmeckt, wenn es nur in genügend Fett ertränkt wurde - aber meine Rote Bete Chips steigen nicht in den Fritteusen-Whirlpool, sondern werden im Ofen bei milder Hitze gebacken, bis sie knusprig sind. 





Und dann lernte ich die Rote Bete von ihrer anderen Seite kennen. Weiß der Himmel, warum ich sie immer in gegarter Form auf dem Teller liegen hatte. Denn viel, viel köstlicher ist die Rote Bete in meinen Augen roh! Rohe Rote Bete schmeckt frisch und süß und knackig. Und nicht muffig und erdig und stumpf wie gekochte. Ganz abgesehen davon, dass die rohe Knolle pickepackevoll mit tollen Inhaltsstoffen ist. Sie enthält haufenweise Vitamine, Folsäure, Kalium, Kalzium, Magnesium und sekundäre Pflanzenstoffe wie Betanin. Ein ganz schön gesundes Kraftpaket also.

Und deshalb gibt´s heute einen veganen Rote Bete Aufstrich. Der passt ganz famos auf frisch geröstetes Brot. Oder als Dip zu Gemüsesticks. Mit einer Ofenkartoffel würde sich das Ganze auch ziemlich gut vertragen. Oder mit etwas gedünstetem Kabeljau oder Seeteufel.




Rezept für veganen Rote Bete Aufstrich (etwa 500ml)


300g rote Bete
100g gegarte Kichererbsen
1 Esslöffel Mandelmus
1cm Ingwer
1/2 - 1 rote Chili - ganz nach Lust und Schärfe-Empfinden
Eine Handvoll Koriander
Vier bis fünf Blätter Minze
Saft einer halben Orange
Abrieb einer halben Limette
Eine Prise Zimt
Fleur de Sel nach Geschmack

Die Rote Beete schälen (dazu am besten Handschuhe tragen) und grob würfeln.

Rote Bete Würfel mit allen anderen Zutaten in einen Food Processor geben und fein pürieren.

In einem verschlossenen Glas im Kühlschrank hält sich der Aufstrich mindestens 3 Tage.




So langsam bleibt auf meiner Liste der ungeliebten Gemüse nur noch der olle Fenchel übrig. Aber Fenchel und ich - das wird wohl keine Beziehung mit Happy End. 

Genießt das Wochenende

Conny

Samstag, 10. Januar 2015

{Quick Weekday Dinner} Wintersalat mit Cashew-Crunch, Schwarzbrot-Croutons, Salami-Chips und Apfel-Senf-Dressing.


Salate können ja so aufregend sein. Du musst dich nur von der Eisberg-Ödnis fern halten und darfst dich nicht von den Verlockungen der leuchtend roten aber geschmacklich farblosen Gewächshaus-Tomaten bezirzen lassen. Dass Essig-Essenz vielleicht zum Entkalken des Wasserkochers taugt und unter gar keinen Umständen ins Salatdressing wandern sollte, darüber sind wir uns einig, gelle? 


Dieser winterliche Salat vereint alles, wofür ich Salate so liebe. Geschmacklich ist er quasi eine eierlegende Wollmilchsau. Er ist süß und säuerlich, herzhaft und fruchtig, knusprig und sanft, warm und kalt. Die Kombination aus zart-nussigem Feldsalat, säuerlichem Apfel, karamellisierten Cashews, knusprigen Croutons und würziger Salami ist am Gaumen eine echte Wucht. 

Und ratzfatz gemacht ist er auch, dieser Wintersalat. Wer keine Lust auf lange Feldsalat-Waschorgien hat, der kauft einfach vorgewaschenen, bereits verzehrfertigen Salat (<- den ich trotzdem noch mal fix wasche. Ich bilde mir ein, dass er sonst nach Plastikbeutel schmeckt.).



Als Salami habe ich eine luftgetrocknete Wildschweinsalami verwendet. Die gibt dem Salat eine ganz besondere geschmackliche Nuance. Ihr könnt aber auch jede andere gute Salami verwenden. 


Wintersalat mit Cashew-Crunch, Salami-Chips und Apfel-Senf-Dressing

4 Portionen

Für den Salat:
300g Feldsalat
200g kleine braune Champignons
90g luftgetrocknete Salami (z. B. Wildschweinsalami)
1 Apfel
2 Scheiben Bauernbrot
3 Teelöffel gute Butter
60g Cashewkerne
2 Esslöffel Zucker

Für das Dressing:
3 Esslöffel Apfelsaft
3 Esslöffel guter Balsamico
1 Esslöffel Ahornsirup
1 Teelöffel Dijonsenf
3 Esslöffel Olivenöl
Meersalz und Pfeffer

Alle Zutaten für das Dressing verrühren.

Feldsalat waschen und trocken schleudern. Champignons putzen und vierteln. Den Apfel waschen und in Spalten schneiden. Alles in einer Salatschüssel mischen.

Den Zucker in einem kleinen Topf goldbraun schmelzen und die Cashews darin karamellisieren. Auf ein Stück Backpapier geben und abkühlen lassen. Dann in grobe Stücke hacken.

Die Wildschweinsalami halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Das Brot in Würfel mit etwa 1 cm Kantenlänge schneiden. Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Brotwürfel darin knusprig braten. Zuletzt die Salamischeibchen dazu geben und ebenfalls knusprig braten. Auf Küchenpapier abropfen und etwas abkühlen lassen.


Das Dressing über den Salat geben. Und mit Salami-Chips, Croutons und Cashew-Crunch bestreuen.



Habt ein friedliches Wochenende.

Conny

Freitag, 2. Januar 2015

Von den Zufällen des Lebens. Und aller-köstlichsten Krapfen, die nicht nur an Neujahr schmecken.

German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de

Neunundzwanzigster Dezember Zwotausendvierzehn. Über ganz Deutschland hat sich sacht eine weiße Schneedecke (<- und Facebookfotos lügen nicht, gell?) gelegt. Über ganz Deutschland? Nein. Eine kleine Hansestadt im Norden des Landes ist bislang schneefrei. Bislang. Denn während ich noch die Winterwonderland-Fotos meiner Facebook-Timeline anschmachte, fängt es draußen heimlichstillundleise an zu schneien. 

That calls for a Schneespaziergang! Wen kümmert es da schon, dass es draußen längst dunkel ist? Und so stapfen der Lieblingsgatte und ich abends um Neun mit roten Nasen und glückseligem Lächeln durchs Schneegestöber. 


German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de


German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de

Dass wir ein halbes Stündchen später so durchnässt sind, dass wir in die Weinbar ums Eck reinstolpern, in die wir immer schon mal wollten, dort auf eine Handvoll wahnsinnig charmanter Menschen treffen und ganz und gar ungeplant einen feuchtfröhlich-fabelhaften Abend verbringen - das gehört zu den schönsten Zufällen des vergangenen Jahres. Und weil´s so nett war, verbrachten wir auch den folgenden Abend und unser Neujahrsfrühstück dort. Mit homemade Krabbensalat, Thunfisch-Sashimi, dem ein oder anderen Fläschchen Konter-Champagner - und zwei Dutzend Krapfen. Resteessen halt. Joa. Denn das war nur die Hälfte meiner silvestermorgendlichen Krapfen-Produktion (aka Berliner, Pfannkuchen oder Kreppel. Aber ihr wisst ja, was ich meine). 


German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de

German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de

Keine Ahnung, wie ich auf die Idee kam, für gerade mal vier Personen Krapfen aus schlappen 750g Mehl zu backen... Aber so lecker wie die sind, werde ich ihren Verzehr auf gar keinen Fall auf Silvester und Neujahr beschränken. Ungefüllt lassen sie sich nämlich ganz hervorragend einfrieren. Und bei akutem Krapfenjieper (oder zu Fasching) aufbacken. 


German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de


Achja. Ich akzeptiere ja nur Hiffenmark, also Hagebuttenmarmelade in Krapfen, da bin ich eigen. Aber wer keine Marmelade mag, dem sei gesagt: Man kann sich auch ganz wunderbar einen ordentlichen Klacks Nutella auf die Krapfen schmieren. Scheint dem ein oder anderen ziemlich gut zu schmecken...


German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de

Rezept für Krapfen mit Hiffenmark (20 bis 25 Stück)


350g Dinkelmehl plus etwas mehr zum Ausrollen
2 Eier
1/2 Würfel Hefe
125ml Buttermilch, lauwarm
50g Zucker
50g zerlassene Butter
1 Prise Salz 

1 Liter Pflanzenöl zum Ausbacken
150g Hiffenmark zum Füllen (oder eine andere Marmelade bzw. Gelee ohne Fruchtstückchen)
100g Zucker zum Bestreuen

Dinkelmehl in eine Schüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Die Hefe in die Mulde bröseln, etwa 25ml der Buttermilch und einen Esslöffel Zucker darüber geben und mit einem Holzlöffel vorsichtig etwas verrühren. Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und 15 Minuten lang an einem warmen Ort, z. B. auf der Heizung gehen lassen.

Jetzt die restlichen Zutaten zum Vorteig geben und mit dem Knethaken des Mixers oder der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Das dauert je nach Maschinenleistung etwa 5 Minuten. Wieder mit dem Geschirrtuch abdecken, wieder gehen lassen, diesmal 60 Minuten.

Nach der Ruhezeit den Teig mit den Händen auf einer bemehlten Arbeitsfläche ordentlich durchkneten und dann etwa 1cm dick ausrollen. Mit einem Ausstecher (ein kleines Glas geht auch, Durchmesser etwa 4 cm) Krapfen ausstechen und mit ausreichend Abstand zueinander auf ein Backpapier legen.

Teigreste immer wieder verkneten und neu ausstechen - bis kein Teig mehr übrig ist.

Die Teiglinge nochmal 15 Minuten gehen lassen.

Das Öl in einem großen Topf auf etwa 170° erhitzen. Am einfachsten zu kontrollieren ist die Temperatur mit einem Zuckerthermometer. Wer keines hat, nimmt einen Kochlöffel und taucht den Stil ins Fett. Steigen kleine Bläschen auf, hat das Fett die richtige Temperatur.

Jeweils 5-7 Krapfen (je nach Topfgröße) ins Fett gleiten lassen und auf jeder Seite etwa 3 Minuten lang goldbraun ausbacken (und schön vorsichtig sein, ja!). Mit einer Schaumkelle herausheben und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Das Hiffenmark in einen Spritzbeutel mit dünner Tülle füllen und die Krapfen damit füllen. Anschließend in Zucker wälzen.

German donut by seelenschmeichelei.blogspot.de

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Habt es schön!

Conny